Schulbesuch der Grundschule in Mieste

Mieste, 20. September 2022

Am 20. Sep­tem­ber 2022 besuch­te Lan­des­bi­schof Fried­rich Kra­mer die Grund­schu­le und den Reli­gi­ons­un­ter­richt in Mies­te. Die Grund­schu­le befin­det sich im Alt­mark­kreis Salz­we­del in Sach­sen-Anhalt und ist Teil der Ein­heits­ge­mein­de Gardelegen.

Unge­fähr 200 Schüler:innen aus 16 klei­nen Orten wer­den jeden Schul­tag mit Bus­sen in ihre Schu­le gebracht. Dort wer­den sie von 12 Lehrer:innen und einer päd­ago­gi­schen Mit­ar­bei­te­rin unter­rich­tet und betreut.
Für den Nach­mit­tag gibt es Ange­bo­te des Hor­tes und den Kin­der­chor der Drömlingspatzen.

Der Evan­ge­li­sche Reli­gi­ons­un­ter­richt wird von Kers­tin Fin­ger ver­ant­wor­tet. Die enga­gier­te Reli­gi­ons- und Musik­leh­re­rin absol­vier­te die berufs­be­glei­ten­de Wei­ter­bil­dung im ers­ten Aus­bil­dung­kurs des Päd­ago­gisch-Theo­lo­gi­schen Insti­tuts. Bischof Axel Noack sprach im Rah­men sei­ner Besuchs­rei­se 2004 mit Kers­tin Fin­ger über die Situa­ti­on des Reli­gi­ons­un­ter­richts. Vor die­sem Hin­ter­grund las­sen sich Ver­än­de­run­gen und Ten­den­zen der letz­ten 18 Jah­re gut beschreiben.

Lan­des­bi­schof Fried­rich Kra­mer erleb­te den Reli­gi­ons­un­ter­richt in einer drit­ten Klas­se. Ein ritu­el­ler Ein­stieg mit Lie­dern eröff­ne­te die Stun­de. Stab­pup­pe Strub­bel­mutz begrüß­te die Gäs­te und brach­te die Lern­grup­pe mit her­aus­for­dern­den Gedan­ken und Fra­gen in einen regen Aus­tausch. Im Zen­trum der Stun­de stand die Arbeit an Wahr­neh­mungs­kom­pe­ten­zen, die mit­hil­fe der Geschich­te von der Begeg­nung zwi­schen Jesus und Zachä­us ver­tieft wur­den. Den Besucher:innen wur­de deut­lich, dass in die­ser Reli­gi­ons­stun­de im Kern an sozia­len Kom­pen­ten­zen gear­bei­tet wur­de. Der Gedan­ke, dass die Erzäh­lun­gen des Neu­en Tes­ta­ments hilf­reich für das Leben von heu­te sind, wur­de im Inter­view mit dem Bischof von den Kin­dern selbst eingetragen.

Setayesh

Ich bin aus einem ande­ren Land. Mei­ne Freun­de sagen: Reli­gi­on ist haram. Aber in mei­ner Fami­lie ist Ethik haram.

Svea

Mei­ne Eltern spre­chen daheim von All­va­ter Odin. Mei­ne Mut­ter hat mich trotz­dem für Reli­gi­on ange­mel­det, weil ich das wollte.

Fran­ces & Johanna

Dass wir hier Musik machen ist gut und es inter­es­siert mich sehr, wie die Men­schen frü­her gelebt haben. Auch die Geschich­ten von Jesus.

Amy

Ich emp­feh­le Reli­gi­on, weil Frau Fin­ger den Unter­richt macht. Und ich ver­trau ihr halt.

Lucy

Mei­ne Tan­te und ich sind in der katho­li­schen Kir­che. Weil ich getauft bin, kom­me ich zu Reli.

Im Gespräch mit Kers­tin Fin­ger und Schul­lei­ter Herrn Eckardt wur­de deut­lich, dass der Reli­gi­ons­un­ter­richt einen ele­men­ta­ren Bestand­teil des Schul­er­le­bens der Kin­der bil­det. Dar­über hin­aus kam zur Spra­che, dass der Fach­kräf­te­man­gel die Schul­lei­tun­gen vor kaum lös­ba­re unter­richts­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Her­aus­for­de­run­gen stellt. Kers­tin Fin­ger erin­ner­te an die Ein­füh­rung des Reli­gi­ons­un­ter­richts in Mies­te, die Vor­be­hal­te in der Eltern­schaft und die wich­ti­gen Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te, die damals aus der Regi­on und dem Kir­chen­kreis kamen.